Geschichte

Gründerzeit

  • 1872: Die offizielle Gründung des Skizzenvereins der mechanisch-technischen Abteilung am königlichen Polytechnikum zu München durch Friedrich Schipper am 10. August, nachdem bereits ein Jahr zuvor inoffiziell der Vereinsbetrieb aufgenommen wurde. Jedes Mitglied verpflichtete sich pro Semester zwei Skizzen druckfertig für den Verein anzufertigen. Ohne Lehrbücher oder von Lehrstühlen verteilte Skripte verbesserte das die Lernsituation der technischen Studenten erheblich!

  • 1877: Es trat der heutige Namenspatron Rudolf Diesel unserem Verein bei.
  • 1882: 5 Jahre später hatten sich die gegenseitigen Unterstützungen kontinuierlich zu monatlichen wissenschaftlichen Zusammenkünften ausgedehnt und das Ziel der wissenschaftlichen Förderung wurde durch wechselnde Vorträge aus eigenen Reihen verfolgt. Daneben wurde der soziale Zusammenhalt immer stärker, der ab diesem Jahr seinen Höhepunkt in einer Weihnachtskneipe fand.
  • 1889: Skizzenverein wird zum AMIV, in der Satzung wird der soziale Zusammenhalt fest verankert.
  • 1899: Scheidende Mitglieder legen die Basis für den Altherrenverband.
  • 1900er Jahre: Schwierige Zeiten für den AMIV, der der Satisfaktion uneinig gegenüberstand und neben den waffentragenden Verbindungen in Wichs auf viele junge Studenten zu wenig Anziehungskraft ausübte. Doch die AMIV Bibliothek wuchs stetig weiter, auch um Genussliteratur.
  • 1911: AH-Verband wird als Verein eingetragen, Damen zu den Festen eingeladen und wissenschaftliche Veranstaltungen zur Pflichtveranstaltung erhoben. Dies war dem Zusammenhalt im AMIV allerdings nur zuträglich. Es wurden AH-Stammtische in Nürnberg, Erlangen und Berlin gegründet.

 

Zwischen 1. und 2. Weltkrieg

  • 1916: Der andauernde 1. Weltkrieg führt dazu, dass der AH-Verband die Geschäfte des AMIV fortführte. Es gab aber auch im AH-Verband nur noch wenige Stammtische, an denen aber bereits die Wiederbelebung diskutiert wurde.
  • 1921: Der AMIV erhält eine neue Satzung, in der erstmals in Burschen und Fuxen unterteilt wird. Außerdem werden Bierzipfel (Aktive) und Uhranhänger (Alte Herren) eingeführt. Der AMIV wird zur Korporation mit verbriefter Satisfaktion und Kneipkomments. Auf die Satzungsänderung folgte reger Zulauf und sowohl Feste als auch wissenschaftliche Arbeit wurden noch intensiver. Man war sich einig, dass beides zusammengehört, um sowohl „Verknöcherung als auch Versumpfung zu verhindern“.
  • 1932: Das bundesbrüderliche „Du“ wurde eingeführt und so dürfen sich Aktive und Alte Herren bis heute per Du anreden.
  • 2. WK: Der AMIV stand Ende der Dreißiger Jahre unter Druck durch das NS-Regime, dass keine selbstständigen Studentischen Organisationen zu dulden bereit war. Es konnte der Aktive Verein geopfert werden – in der Hoffnung, dass der AH-Verband solange zusammenhält bis sich die politischen Verhältnisse veränderten. Die Gefahr, dass bei NS-gemäßer Fortführung der AH-Verband zersplittern könnte überwog aber, und so wurde der Verein aufgegeben und einige Alte Herren führten die Geschäfte so gut es eben ging weiter. Der Krieg ging zuende doch es dauerte bis 1949 bis der AMIV wiedergegründet wurde.

 

Nach dem 2. Weltkrieg

  • 1952: Auch wenn sich Alte Herren und Aktivitas voneinander entfernt hatten, wurde das Verbindungsleben wieder aktiver und die Aktivitas richtete sich nach dem schlimmen 2.WK nicht schlagend, nicht farbentragend, wieder liberaler aus als in den Jahren vor dem Krieg. Der AMIV trat außerdem mit 10 anderen schwarzen Verbindungen in den neugegründeten WSV (Wernigeroder Schwarzer Verband) ein. In den 50er Jahren hatte die wissenschaftliche Arbeit Hochbetrieb und es wurden dutzende Skripte verfasst.
  • 1954: Das Wohnheim in der Adalbertstr. 54 gibt den ersten Bundesbrüdern ein Dach über dem Kopf.
  • 1967: Das Segelboot Vivat stößt zum Bund und erfreut sich reger Benutzung.
  • 1972: Der AMIV feiert sein 100. Stifungsfest und zählt zu diesem Zeitpunkt stolze 220 Mitglieger, doch wenig Nachwuchs bereitet Kopfzerbrechen.
  • 1980-96: Der AMIV mietet das Wohnheim Luiesenstraße, unter der Vereinbarung die Renovierungskosten für das in die Tage gekommene Gebäude zu übernehmen. Viele Aktive aus dieser Zeit distanzieren sich zunehmend vom AMIV und so kommt es das die Verbindung größtenteils vom persönlichen Engagement der alten Herren lebt.
  • 2000: Die Altherrenschaft wird mit leeren Versprechungen hingehalten und so kommt es zum kompletten erliegen der Aktivitas des AMIV München!
  • 2012: Erst 12 Jahre später kommt der AMIV zum Anlass einer Trauerkneipe zu Ehren eines wichtigen Mitglieds des AMIV wieder zusammen. Im Wohnheim wohnen zu diesem Zeitpunkt die späteren Bundesbrüder Zilberman, Fournelle, Tang und Filbry. Man ist sich einig in der grundsätzlich offenen Haltung gegenüber dem Verbindungswesen und möchte sich mit den Alten Herren auseinandersetzen, um zu evaluieren, ob gemeinsame Werte und Vorstellungen vorhanden sind. Im Oktober trifft man sich mit einer ausgewählten Runde alter Herren in Bayreuth und diskutiert ein Wochenende lang die jeweils eigenen Vorstellungen. Dieses Treffen ist der Beginn einer Wiederbelebung der Aktivitas, deren Ursprung – anders als in der 1970er Jahren – die Studenten sind. Nach zwei Semestern hat sich ein Kern von sieben Aktiven herausgebildet, der in den darauf folgenden Semestern das ideelle Fundament des neuen Aktivenlebens schafft. Die Idee einer modernen und liberalen Studentenverbindung, bei der Traditionen mit eigenen Wünschen und Vorstellungen verbunden werden, erwächst.
  • 2016/17: Die Aktivitas braucht mehr Platz zum wohnen und so kommt es durch einige gute Umstände zum Anmieten des Wohnheims in der Erzgießereistraße. Mit dieser Wohnung und dem neu renoviertem Gästezimmer in der Luiesenstraße kann der AMIV mittlerweile 12 Studenten ein Dach über dem Kopf bieten. Das 145. Stiftungsfest wird prächtig gefeiert und dank der neuen motivierten Aktivitas und der vielen Energie der alten Herren, besteht heutzutage ein lebendiger Austausch und ein frohes Miteinander zwischen allen Mitgliedern des AMIV!

 

Vivat, Crescat, Floreat, AMIV!