Wandertag – Ab in die Berge

Nachdem Coronabeschränkungen nach wie vor das Abhalten der ein oder anderen Veranstaltung erschwerten, war der Wandertag immerhin ein Event, das nicht zu vielen Einschränkungen unterlag. Diese Hürde war also schon einmal genommen, allerdings gab es da noch ein weiteres Problem, welches Sorgen bereitete – das Wetter. So wurde der Wandertag zuvor bereits einmal witterungsbedingt nach hinten verschoben und auch am Tag des Ausweichtermins wurden vermehrt Schauer prognostiziert.
Nichtdestotrotz begab sich die Gruppe hochmotiviert und optimistisch gestimmt Richtung Hauptbahnhof, um von dort den Zug zum Tegernsee zu nehmen. Die Fahrzeit wurde produktiv genutzt, um den ein oder anderen mit den Schafkopfregeln vertraut zu machen und damit zur Integration in Bayern beizutragen.
Zur Überraschung aller kamen wir rund eine Stunde später bei strahlendem Sonnenschein an. Nachdem überflüssige Jacken in den Rucksäcken verstaut und stattdessen Sonnenbrillen und Sonnencreme herausgeholt wurden, ging es nun zum sportlichen Teil des Tages. Erstes Etappenziel auf der von Fux Gärtner geplanten Tour war der Gipfel des Baumgartenschneids (1449 m).

Leider wich die warme Sonne schon bald dichten Wolken und auch der ein oder andere Regentropfen fiel gen Erdboden herab. Unserer Motivation tat das jedoch keineswegs ab und es ging weiter zügigen Schrittes bergauf. Als der Weg steiler und matschiger wurde, realisierte Fux Maier zum ersten Mal an diesem Tag, dass sein Schuhwerk vielleicht nicht die allerbeste Wahl war. Während alle anderen auf robuste Wanderschuhe zurückgegriffen hatten, versuchte er aufgrund mangelnder Alternativen mit leichten Turnschuhen dem Terrain zu trotzen. Das sah teilweise so elegant und grazil aus, dass wir uns einmal nicht sichern waren, ob da gerade tatsächlich ein Reh weichfüßig durch das Gehölz gehüpft ist oder es doch nur Fux Maier war, der wieder querfeldein durch den Wald schlitterte.
Kurz vor dem Erreichen des Gipfels kamen wir noch an einem kleinen Flecken Schnee vorbei, der den Frühling überlebt hatte. Ganz fürsorglich stellten die Fuxen Vogel und Maier hier sicher, dass das Gesicht des jeweils anderen nach dem anstrengenden Aufstieg eine erfrischende Abkühlung erhielt.
Knapp 2,5 Stunden und 650 gewonnene Höhenmeter nach Tourbeginn erreichten wir den Gipfel und nachdem noch schnell die obligatorischen Beweis-Gipfelfotos geschossen wurden, belohnten wir uns selbst mit einem wohlverdientem Gipfelbier und einer ausgiebigen Brotzeit.

Frisch ausgeruht und gestärkt begaben wir uns danach an den Abstieg. Dem erneut ein wenig steilerem und rutschigerem Pfad geschuldet, testete ein gewisser Fux mit eher unpassendem Schuhwerk – der ein oder andere Leser kann sich vielleicht denken, wer gemeint sein könnte – des Öfteren die Beschaffenheit des Terrains in einer Körperhaltung, die sich wohl am besten als horizontal zum Boden beschreiben lässt. Ohne größere körperliche Versehrtheiten erreichten wir trotzdem den nächsten Zwischenstopp, den Gipfel des Riederstein (1207 m). Nach einigen Minuten Pause setzten wir den Abstieg fort. Nach einer Weile kamen wir an einem herrlichen Fleck grüner Wiese direkt neben einer bewirtschafteten Hütte mit Außenverkauf vorbei. Als wollte der Wettergott uns ein Zeichen senden, kämpfte sich just in diesem Moment die Sonne durch die Wolkendecke. Aufgrund dieser Umstände bedurfte es keiner langen Diskussion, um sich einstimmig für eine weitere Pause zu entscheiden und so mancher nutzte die Gelegenheit, um sich eine isotonische Hopfenschorle einzuflößen, während wir in der Sonne lagen.

Nach dieser Stärkung für Körper und Seele begann auch schon der letzte Tourabschnitt und wir setzten unseren Weg Richtung Tal fort. Dank einer mitgebrachten Bluetooth-Musikbox – für gute Münchner Tagestouristen ja schon fast ein Muss – lauschten und sangen wir zu stimmungsvollen Liedern wie der österreichischen und deutschen Nationalhymne (anderen Menschen sind diese Stücke anscheinend eher unter den Namen „DJ aus den Bergen“ von DJ Ötzi und „Atemlos“ von Helene Fischer bekannt). Gut gelaunt kamen wir schließlich im Tal an.
Da noch ein wenig Zeit war, bis unser Zug zurück nach München fuhr, beschlossen wir diese produktiv zu nutzen. Zunächst besorgten wir uns in der nächsten Tankstelle eine lokale Delikatesse (aka Tegernseer Hell), um eine kleine Wegzehrung für die Heimfahrt zu haben. Da immer noch etwas Zeit war und wir schließlich am Tegernsee waren, trieb es uns an das Ufer eben jenes Gewässers. Bei frischen 13° Außentemperatur und vermutlich noch einmal geringerer Wassertemperatur wagten Bb Ganter, Fux Maier und Fux Gärtner den Sprung ins kühle Nass. Allzu gemütlich schien es im Wasser allerdings doch nicht zu sein, denn nach einigen Sekunden beschlossen die Drei, den Spaß wieder zu beenden.
Als letzter Punkt der Tagesagenda stand dann auch schon die Rückreise nach München an. Bei einigen Runden Schafkopf ließen wir den gelungenen Tag ausklingen, bis wir schlussendlich erschöpft, aber auch glücklich und zufrieden wieder zurück in der Landeshauptstadt ankamen.
Alles in allem können wir auf einen absolut gelungenen Wandertag mit einer lustigen und motivierten Truppe zurückblicken, von dem sicherlich noch in Zukunft die ein oder andere Anekdote zum Besten gegeben wird.